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Dialog in St. Aurelius

Das aktuelle Programm finden Sie hier:

Mittwoch, 25. September 2019, 19.30 Uhr
Calw-Hirsau, St. Aurelius
Die Frauen wie die Juden verlangen nur Gerechtigkeit
Frauen im Judentum. Ins Bild gesetzt von der Malerin Marlis Glaser, zur Sprache gebracht von der Publizistin Viola Roggenkamp
Jede von ihnen war für die jüdische Gemeinschaft ihrer Zeit eine Herausforderung und wurde für das Judentum zur Wegbereiterin in die Moderne der westlichen Welt: Regina Jonas im Streit mit allen auf ihrem Weg zur Ordination als erste Rabbinerin, deportiert von Berlin nach Theresienstadt, dann Auschwitz. Bertha Pappenheim, jüdisch-orthodoxe Feministin, geliebt und gefürchtet von ihren Mitstreiterinnen, auf Reisen durch Osteuropa im Kampf gegen den internationalen Mädchenhandel, Begründerin der jüdischen Sozialarbeit und des Jüdischen Frauenbundes. Hedwig Dohm, Jüdin nur im engsten Familienkreis, gesellschaftspolitische Essayistin, legte sich mit Pastoren, mit Antisemiten und mit Antifeministen an.
Referentin: Viola Roggenkamp, Schriftstellerin und Essayistin, deutsche Jüdin, geboren 1948, unternahm über mehrere Jahre ausgedehnte Reisen durch Asien und lebte eine Zeit lang in Israel. Langjährige freie Autorin der „Zeit“. Ihr Roman „Familienleben“ wurde zum Bestseller und in mehrere Sprachen übersetzt.
Teilnehmerbeitrag: Wir bitten um eine großzügige Spende! Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Freitag, 25. Oktober 2019, 11.00 Uhr
Badstraßenschule Calw
Erna Brehm – Mut zur Liebe –
Opfer menschenverachtender Gewalt
In der Ausstellung „Mutige Frauen“ hat die Künstlerin Marlis Glaser auch das Porträt einer Frau aus Calw gemalt: Erna Brehm, die sich 1940 als 16-jähriges Mädchen in einen polnischen Zwangsarbeiter verliebte. Das war nach den nationalsozialistischen Gesetzen verboten. Gegen den Widerstand ihres Arbeitgebers, auch ihres eigenen Vaters stand Erna Brehm mutig zu dieser Liebe. 1941 wurde sie verhaftet und auf vielfache Weise gedemütigt. Danach war sie acht Monate im Stuttgarter Frauengefängnis und wurde anschließend ins KZ Ravensbrück deportiert. Den unmenschlichen Lebensverhältnissen dort ausgesetzt, zog sich Erna Brehm eine schwere Rippenfellentzündung und später eine Lungentuberkulose zu, wurde zwar aus dem KZ entlassen, starb aber sechs Jahre später im Alter von nur 27 Jahren an den Folgen.
In der Grund- und Werkrealschule Calw, der Badstraßenschule, war Erna Brehm selbst Schülerin. Nun soll das Porträt von Marlis Glaser zu ihrem Gedenken in der Schule aufgehängt werden, eine Erinnerung an ihre mutige Liebe, aber auch ein Mahnmal für die menschenverachtende Gewalt, die ihr widerfahren ist.
Bei dem Festakt werden der Calwer Oberbürgermeister Ralf Eggert, die Künstlerin Marlis Glaser und der Stifter des Bildes, der Ehinger Zeitungsverleger Veit Feger, zugegen sein.
Veranstalter: Stadt Calw, Grund- und Werkrealschule Calw und keb Nördlicher Schwarzwald

Mittwoch, 04. Dezember 2019, 19.30 Uhr
Calw-Hirsau, St. Aurelius
Warum der Antisemitismus uns alle bedroht
Wie neue Medien alte Verschwörungsmythen befeuern
Nach jüdischer Überlieferung begründete Sem, Sohn Noahs, die Tradition der »semitischen« Schriftreligion, aus der u.a. das Judentum und Christentum sowie der Islam entstanden. Gegen diese weltverändernde Kraft der Schriftreligionen stemmten sich Gegenmythen, die den Zusammenhalt, die Bildungserfolge sowie den Kinderreichtum von Juden und anderen Semiten als bedrohliche Verschwörungen deuteten. Durch das Aufkommen von Medien wie Buchdruck, Radio, Film, Internet und Social Media entfaltet dieser Antisemitismus eine enorme Gegenbewegung, die imstande ist, die Grundlagen der Zivilisation zu erschüttern. Einige demokratische Rechtsstaaten sind bereits zu populistischen Autokratien zurückgefallen. Das mediale Ringen um die Zukunft der Menschheit und die Rolle der Religionen darin hat damit gerade erst begonnen.
Referent: Dr. Michael Blume, Beauftragter gegen Antisemitismus-des Landes Baden-Württemberg
Teilnehmerbeitrag: Wir bitten um eine großzügige Spende!